Heizungsvergleich
Gas, Öl oder Wärmepumpe – was lohnt sich für dich?
In vier Schritten siehst du, nach wie vielen Jahren sich eine Wärmepumpe gegenüber deiner Gas- oder Ölheizung rechnet – mit CO₂-Preis, Förderung und dem Alter deiner Anlage. Unabhängig gerechnet und ergebnisoffen: Eine Wärmepumpe lohnt sich nicht in jedem Haus.
Der Vergleich rechnet für Gas und Heizöl mit denselben Regeln — nur die Preise, die CO₂-Abgabe und die laufenden Kosten unterscheiden sich.
Die Kilowattstunden-Zahl steht auf deiner Gasrechnung. Ein durchschnittliches Einfamilienhaus liegt bei rund 20.000 kWh.
Der Arbeitspreis von deiner Gasrechnung, so wie er dort steht — mit Mehrwertsteuer. Die CO₂-Abgabe ist darin normalerweise schon enthalten; wir rechnen sie heraus und über die Jahre neu hoch, weil sie steigt. Den Grundpreis trägst du nicht hier ein, der steckt in der Feinjustierung.
Daraus ergibt sich, wann ohnehin ein neuer Kessel fällig wäre. Diese Kosten fallen dann auch ohne Wärmepumpe an — deshalb rechnen wir sie der Gasseite zu. Das Alter entscheidet außerdem über den Klimageschwindigkeitsbonus: Den gibt es bei einer Gasheizung erst ab 20 Jahren.
Luft/Wasser ist der Regelfall und steht meist draußen vor dem Haus. Sole/Wasser nutzt Erdwärme, arbeitet effizienter, kostet aber wegen der Bohrung mehr.
Das ist der wichtigste Punkt für die Effizienz: Je kühler das Heizwasser sein darf, desto weniger Strom braucht die Wärmepumpe. Faustregel zur Einordnung: Hat dein Haus gedämmte Wände oder neuere Fenster und werden die Räume auch dann warm, wenn du den Vorlauf am Kessel auf etwa 50 Grad stellst, dann passt „Heizkörper, saniert". Bleibt es damit kühl — typisch für kleine Heizkörper in einem ungedämmten Altbau —, wähle „Alte Heizkörper".
Komplettpreis inklusive Einbau und Rückbau der alten Anlage, vor Förderung. Startwert für Luft/Wasser. Ein belastbarer Preis kommt erst aus einem Angebot.
Für deine Gasheizung ist der Klimageschwindigkeitsbonus noch nicht zu haben — den gibt es erst, wenn die Anlage mindestens 20 Jahre alt ist. Bleibt die Grundförderung von 30 Prozent.
Alle Werte hier sind mit belegten Durchschnitten vorbelegt. Du musst nichts davon anfassen.
Zeitraum und laufende Kosten
Über wie viele Jahre wird gerechnet. Übliche Nutzungsdauer einer Heizung: 20 Jahre.
Fixe Zähler- und Netzgebühr, unabhängig vom Verbrauch. Heizöl kennt so etwas nicht.
Nach wie vielen Jahren eine Heizung üblicherweise ersetzt wird (VDI 2067: 20 Jahre).
Fällt im Gas-Pfad an, wenn die alte Therme innerhalb des Zeitraums ersetzt werden muss. Ohne Förderung — fossile Kessel werden nicht gefördert.
Wartung, Schornsteinfeger und Rücklage für Reparaturen. Startwert nach BDEW-Heizkostenvergleich (Wartung nach BTGA-Regel, Schornsteinfeger nach Kehr- und Überprüfungsordnung, Instandhaltung nach VDI 2067).
Dieselben Posten, gleiche Systematik: Wartung plus Rücklage für Reparaturen. Kein Schornsteinfeger — der entfällt bei der Wärmepumpe. Eine gesetzliche Wartungspflicht gibt es im Einfamilienhaus nicht, eine Wartung ist trotzdem üblich und hier eingerechnet.
Bestimmt, wie viel von der eingesetzten Energie als Wärme im Haus ankommt. Im Zweifel Niedertemperatur — Brennwertgeräte erkennst du an der Kondensat-Ableitung zum Abfluss.
Preisentwicklung und CO₂
Erwartete jährliche Steigerung des Arbeitspreises. Realistischer Mittelwert 3 Prozent.
Bewusst nicht höher angesetzt als bei Gas — der Ausbau erneuerbarer Energien dämpft.
2026 gesetzlich fix (Korridor 55–65 Euro je Tonne). Ab 2027 ist der Preis nicht gedeckelt — die Pfade sind Prognosen, keine amtlichen Werte.
Strompreise und Effizienz
Ein eigener Wärmepumpen-Tarif ist pro Kilowattstunde günstiger, kostet aber einen zweiten Zähler samt Grundpreis.
Wer den Netzbetreiber die Wärmepumpe kurzzeitig drosseln lässt, bekommt Geld zurück — bei neuen Wärmepumpen der Normalfall. Modul 1: fester Jahresbetrag, kein Extra-Zähler. Modul 2: günstigerer Arbeitspreis, setzt einen separaten Zähler voraus.
Wärmestrom über separaten Zähler. Typwert 25 ct, Spanne 20–28 ct.
Fester Jahresnachlass laut Preisblatt deines Netzbetreibers, regional 100–190 Euro.
Normalerweise ergibt sie sich aus der Wärmeverteilung, die du oben ausgewählt hast. Wenn du deinen Auslegungswert aus der Planung kennst, trag ihn hier ein. Für die BEG-Förderung ist eine Auslegung auf mindestens 3,0 nötig.
Rechenweise
Künftige Beträge abzinsen. 0 Prozent = nominal gerechnet.
Die Wärmepumpe rechnet sich voraussichtlich
also ab dem Jahr 2036
Nach dieser Rechnung liegt die Wärmepumpe ab dem Jahr 2036 dauerhaft vorn — inklusive Anschaffung und abzüglich Förderung. Danach spart sie jedes Jahr. Es ist eine Prognose: Energiepreise und CO₂-Kosten der nächsten Jahre kennt niemand sicher.
Gas kostet dich im ersten Jahr
Wärmepumpe im ersten Jahr
Unterm Strich nach 20 Jahren (inkl. Restwert)
Wärmepumpe kostet dich nach Förderung
Woraus sich das erste Jahr zusammensetzt (aufklappen)
Orientierung, keine Beratung. Gerechnet mit belegten Durchschnittswerten – dein realer Fall (Netzbetreiber, Tarif, Gebäude, Auslegung) kann abweichen. CO₂-Preise ab 2027, die Preissteigerungen, der Grüngas-Aufschlag und die Investitions-Startwerte sind Annahmen, keine amtlichen Werte.
Regelstand: BEG-EM vom 21.07.2026 (förderfähige Höchstkosten 28.000 Euro, sinken ab 01.02.2027) · CO₂-Preistreppe nach BEHG/EBeV 2030 · Bio-Quote für neu eingebaute fossile Heizungen nach § 43 Absatz 1 GModG. Das Gebäudeenergie-Modernisierungsgesetz ist seit 29.07.2026 in Kraft; die 65-Prozent-Pflicht des früheren § 71 GEG ist gestrichen.